Grillplatte mit Öl einreiben

Grillplatte richtig einbrennen

Ein Raketenofen und eine massive Stahlplatte – das ist Grillen für Liebhaber. Doch bevor du dich ans Braten deiner Steaks und Würstchen machen kannst, steht die wichtigste Aufgabe an: das Einbrennen. Dieser Prozess entscheidet über Erfolg oder Misserfolg deiner Grillergebnisse. Hier erfährst du, wie du eine perfekte Patina herstellst. 

 

Warum ist Einbrennen wichtig?

Eine rohe Stahlplatte hat zwei Probleme: Sie rostet und Lebensmittel kleben gerne darauf fest. Beim Einbrennen erzeugst du eine dünne Polymer-Schicht – die Patina. Diese schützt vor Rost und wirkt wie eine natürliche Antihaft-Beschichtung.

 

Welche Hilfsmittel brauchst du?

Bevor du loslegst, solltest du folgende Utensilien bereitlegen:

  • Hoch erhitzbares Öl: Leinöl, Rapsöl oder Sonnenblumenöl – wichtig: kein Olivenöl oder Butter, die verbrennen zu schnell
  • Küchenpapier oder Baumwolltuch: Zum Auftragen des Öls (Vorsicht: keine fusselnde Tücher)
  • Spachtel / Pfannenwender aus Metall: Zum späteren Reinigen
  • Bürste mit Stahlborsten: Für grobe Verschmutzungen
  • ggf. Grillhandschuhe aus bspw. Leder: Hitzebeständig, da es richtig heiß wird

 

Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Raketenofen

1) Vorbereitung der Platte

Reinige die Grillplatte gründlich und entferne eventuellen Schutzlack oder Ölrückstände. Wasche sie zunächst mit heißem Wasser und Spülmittel gründlich ab. Trockne sie komplett. 
Falls deine Grillplatte einen Holz- oder Kunststoffgriff hat, solltest du diesen ggf. mit etwas Alufolie einwickeln. Da beim Einbrennen sehr hohe Temperaturen herrschen, können diese eventuell schmelzen oder verkohlen.

2) Den Grill richtig einheizen

Heize deinen Raketenofen ordentlich vor. Am besten bereitest du viele kleinere trockene Spachtel aus Leichtholz wie z.B. Fichte vor, um den Ofen richtig auf Temperaturen zu bekommen. Du brauchst einen guten Kamineffekt und gleichmäßig hohe Flammen, die bis hoch an die Grillplatte steigen. So wird deine Platte richtig heiß – idealerweise 350- 400°C in der Mitte. Das ist bei einem Raketenofen manchmal etwas aufwendig. Hier spielt der Wind und das Holz jeweils eine sehr wichtige Rolle.

3) Die erste Ölschicht auftragen

Sobald die Platte rauchend heiß ist, gib etwas Öl auf ein Küchenpapier und verreibe es dünn auf der gesamten Fläche. Das Öl wird sofort verbrennen und stark rauchen – keine Sorge! Das ist gewollt!

 

4) Wiederholen, wiederholen, wiederholen

Lass die Platte kurz ausrauchen und trage dann die nächste Schicht auf. Wiederhole den Vorgang mindestens 3-4 Mal. Die Platte sollte dabei immer richtig heiß bleiben. Du wirst sehen, wie sie langsam eine dunklere Farbe annimmt.

 

5) Auskühlen lassen

Lass die Platte nach dem letzten Einbrennen langsam auf dem Grill auskühlen.

 

Woran erkennt man eine gut eingebrannte Platte?

Eine perfekt eingebrannte Stahlplatte hat folgende Merkmale:

  • Farbe: Tiefschwarz bis dunkelbraun, gleichmäßig verfärbt
  • Oberfläche: Matt glänzend, nicht klebrig
  • Fühlt sich glatt an, aber nicht fettig
  • Der Praxistest: Ein Spiegelei gleitet darüber wie über Teflon – das ist der Moment, auf den du hingearbeitet hast!

 

Pflege nach dem Grillen

Damit deine eingebrannte Schutzschicht lange hält:

  1. Stets warm reinigen: Direkt nach dem Grillen, solange die Platte noch warm ist, grobe Speisereste mit einem Spachtel lösen.
  2. Nur Wasser verwenden: Wenn nötig, etwas Wasser aufgießen und den Dampf zum Lösen hartnäckiger Reste nutzen. Kein Spülmittel – das greift die Schicht an!
  3. Trocknen: Mit Küchenpapier trockenreiben.
  4. Nachölen: Am besten nach jeder Grillparty hauchdünn mit Öl einreiben – das schützt vor Rost bis zum nächsten Einsatz.

 

Was tun, wenn doch Rost entsteht?

Keine Panik, wenn du mal ein paar Rostflecken entdeckst – besonders am Anfang kann es noch manchmal vorkommen. Schmirgle die Stelle mit Stahlwolle ab, brenne den Bereich neu ein und behandle die ganze Platte stets nochmal mit einer frischen Ölschicht.

 

Viel Spaß beim Grillen!

Mit diesen Tipps steht dem perfekten Grillerlebnis nichts mehr im Weg. Deine Grillplatte wird dir mit einer immer besser werdenden Patina (Schutzschicht) danken – und dein Grillgut mit dem perfekten "Ablöse-Effekt". Also: Ran an den Raketenofen!

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