Tiefenerder Sets – Was brauchst du für eine erfolgreiche Installation?
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Die fachgerechte Erdung einer elektrischen Anlage – sei es für eine neue Photovoltaikanlage, einen Baustromkasten oder die Hausstrominstallation – ist heutzutage einfach herzustellen, aber sie will gut geplant sein. Eine zuverlässige Erdung ist essenziell für den Schutz von Personen und Geräten. Sie leitet Fehlerströme sicher ab und ist besonders bei technischen Erweiterungen wie PV-Anlagen oder Wallboxen ein kritisches Element.
Wer keinen Fundamenterder einbauen kann oder eine Erdung nachrüstet, greift oft zu einem Tiefenerder. Auf dem Markt gibt es hierfür praktische Komplettsets, die alle wichtigen Komponenten für die Installation zusammenfassen. Ein Standard-Erderset besteht in der Regel aus:
- Tiefenerder-Stangen (meist 1m oder 1,5m lang)
- Tiefenerder-Eintreiber (Als Adapter für den Schlagbohrmaschine)
- Anschlussklemme (zur Verbindung mit der Ableitung)
Je nach Hersteller und Set können auch Einschlagspitzen und Isolierbänder im Lieferumfang enthalten sein. Doch worauf kommt es wirklich an? Wir haben die wichtigsten Punkte für dich zusammengefasst.
Das richtige Material: Edelstahl V4A vs. V2A vs. verzinkter Stahl
Die Wahl des richtigen Materials ist die Grundsatzentscheidung für die Langlebigkeit deiner Erdung. Hier wird oft an der falschen Stelle gespart.
Verzinkter Stahl: Diese Variante ist nur für temporäre Lösungen gedacht, wie zum Beispiel an einem Baustromkasten, der nach wenigen Monaten wieder abgebaut wird. Für eine dauerhafte Erdung im Haus oder bei einer PV-Anlage ist er ungeeignet, da der Korrosionsschutz auf Dauer den aggressiven Einflüssen im Boden nicht standhält.
Edelstahl V2A: Das ist der Standard-Edelstahl für viele Anwendungen im Innenbereich. Im Boden sieht die Sache jedoch anders aus. Der größte Gegner von V2A ist Salz (Chloride). In salzhaltigen Böden, aber auch in Auftausalz, das ins Erdreich gelangen kann, kann V2A korrodieren und sich über die Zeit auflösen.
Edelstahl V4A: Für eine dauerhafte und sichere Lösung führt an V4A kein Weg vorbei. Durch seinen Molybdän-Anteil (ca. 2-3%) ist dieser Stahl beständig gegen Säuren, Laugen und eben auch gegen Chloride. Er gilt als absolut korrosionsbeständig – auch nach Jahrzehnten im Boden. Wenn du also eine Erdung setzt, die "fürs Leben" halten soll (z.B. für eine PV-Anlage), ist V4A die sicherste und wirtschaftlichste Wahl.
SDS Max vs. SDS Plus: Darum ist die Wahl der Maschine entscheidend

Du hast das passende Set aus V4A ausgewählt – jetzt muss es in die Erde. Hier scheitert es oft am falschen Werkzeug. Viele Heimwerker greifen gerne zum Schlagbohrhammer mit SDS Plus Aufnahme. Das ist in den meisten Fällen aber keine gute Idee.
Die meisten SDS-Plus Maschinen haben in der Regel eine Schlagenergie von 2 bis 5 Joule. Sie sind hervorragend für Bohrungen in Beton und Mauerwerk geeignet, aber nicht für das Eintreiben von Erdstangen über mehrere Meter. Sobald die Erdungsstäbe auf Widerstände wie Steine, Wurzeln oder stark verdichteten Boden trifft, kommt eine SDS Plus Maschine schnell an ihre Leistungsgrenze.
Die beste Wahl für die Installation von Staberder ist eine Maschine mit einer SDS Max Aufnahme. Diese Maschinenklasse ist der "Schwergewichtler" unter den Bohrhämmern. Mit Schlagenergien von bis zu 25 Joule und mehr treibst du den Tiefenerder erfolgreich in den Boden. Besonders bei Tiefen von 4 Metern oder mehr ist ein SDS Max-Gerät unbedingt notwendig.
Unser Tipp: Du musst keine teure SDS Max-Maschine kaufen. Die meisten gut sortierten Baumärkte vermieten solche Geräte günstig für 20–30€ pro Tag.
Einschlagspitze und Korrosionsschutzband: Wofür brauche ich das?

In manchen Sets findest du zusätzliches Zubehör. Hier erfährst du, wofür dieses gedacht ist und ob du es wirklich brauchst.
Einschlagspitze: Viele handelsübliche Tiefenerder haben ein stumpfes Ende. Hier wird die Einschlagspitze benötigt, um die Stangen gut in die Erde zu treiben. Es gibt jedoch Ausnahmen: Hochwertige Sets wie beispielsweise das GRAFT Tiefenerder Set, haben einen stabilen, konischen und spitzen Zapfen. Dadurch werden sie direkt mit der Spitze voraus in den Boden getrieben – eine zusätzliche Einschlagspitze ist hier überflüssig.
Das ist inzwischen eine bewährte Methode: weniger Einzelkomponenten und täglich erfolgreich von zahlreichen Kunden getestet und bestätigt.
Korrosionsschutzband: Ein spezielles Band (meist aus Petrolatum) dient in erster Linie dem Korrosionsschutz an den Verbindungsstellen. Wenn du eine Verbindung zwischen zwei verschiedenen Materialien herstellst (z.B. Edelstahlerder und Kupferleitung) oder eine Klemme im Außenbereich liegt, kann dieses Band helfen, elektrochemische Korrosion zu verhindern. Solche Spezialbänder gibt es im Fachhandel für etwa 15€. In vielen Sets ist dieses Band nicht enthalten, da sie für den Spezialfall einfach zugekauft werden können.
Die Anschlussklemme: Das Herzstück der Verbindung

Die Anschlussklemme verbindet den Tiefenerder mit der Erdungsleitung (meist Runddraht), die ins Haus führt. Auch hier lauern Fallstricke.
Das A und O ist die Materialgleichheit. Die Klemme sollte aus demselben Material wie der Erder gefertigt sein (z.B. V4A), um elektrochemische Korrosion (Kontaktkorrosion) zu vermeiden. Werden unterschiedliche Metalle in feuchter Umgebung verbunden, entsteht eine elektrochemische Reaktion, die das unedlere Metall zersetzt.
Leider wird genau hier oft gespart. Manche Sets enthalten Klemmen aus dünnem Blech oder falschem Stahl wie beispielsweise aus V2A, während die Stangen aus V4A gefertigt sind. Das kann fatale Folgen haben: Wenn die Klemme durch Korrosion oder mechanische Belastung versagt, ist die gesamte Erdung unterbrochen.
Unsere Empfehlung: Klemmen mit 3mm starke Blechen stabilen Schrauben (zum Beispiel M8) aus dem selben Material wie der Rest des Sets.
Fazit: Mit der richtigen Wahl sicher und langlebig geerdet
Ein Tiefenerder-Set ist eine sehr praktische Lösung, um eine normgerechte Erdung für elektrische Anlagen herzustellen. Die Auswahl des richtigen Sets sollte jedoch wohlüberlegt sein:
Material:
Setze für dauerhafte Lösungen auf V4A.
Werkzeug:
Falls nicht vorhanden: Leihe oder miete einen kräftigen SDS Max-Bohrhammer – dein Rücken und die Stangen werden es dir danken.
Verbindung:
Achte auf eine massive Anschlussklemme aus dem gleichen Material wie die Stangen.
Was unser GRAFT Tiefenerder Set besonders macht
Wir bei GRAFT verfolgen einen pragmatischen Ansatz. Unser Tiefenerder Set kommt ohne unnötigen Schnickschnack aus. Der verbesserte, konische Schaft sorgt für hohe Stabilität beim Eintreiben und macht eine separate Einschlagspitze überflüssig. Wir machen keine Abstriche beim Material: Du erhältst durchgehend V4A Edelstahl in Kombination mit einer extra starken Anschlussklemme (3mm Blech, M8 Schrauben) und einem stabilen SDS Max Eintreiber – und das zu einem attraktiven Preis.